Der Dutch-Oven

Die Firma Lodge fertigt die original Dutch-Oven in Amerika – und das unverändert seit über hundert Jahren und im Familienbesitz. Etliche der Mitarbeiter bei Lodge sind dort in der dritten Generation tätig und haben ein familiäres Verhältnis zu den Besitzern von Lodge und zu den Produkten, die sie fertigen.
Das Rohmaterial für die Töpfe ist ausschließlich reines Eisenerz aus Brasilien, anders als bei den Asien-Importen, die meist aus Schrott oder alten Automotoren gegossen werden. Bei Lodge werden alle 15 Minuten aus der laufenden Produktion Proben gezogen und im firmeneigenen Labor untersucht. Ein paßgenauer Deckel und eine seidenglatte Oberfläche sind selbstverständlich.
Bei den Produkten von Lodge, die ausschließlich wir anbieten, handelt es sich um langlebige, hochwertige und ausgereifte Produkte, die mehr als eine Generation halten. Durch den Kauf dieser Produkte erhalten Sie mehr als einen Kochtopf fürs Lagerfeuer – Sie pflegen mir Ihrem Dutch-Oven ein altes Kulturgut.
Es gibt die Dutch-Oven in verschiedenen Größen zwischen 6 und 14 Zoll Durchmesser. Das massive Gußeisen heizt sich langsam und schonend für die Speisen auf. Einmal erhitzt, benötigt ein Dutch-Oven erstaunlich wenig Glut für den Garvorgang. Der Deckel hält durch sein Gewicht und die exakte Paßform den Topf dicht verschlossen. Die Speisen garen dadurch im eigenen Dampf, ähnlich wie in einem Dampfdrucktopf. Fleisch wird so unvergleichlich zart und saftig. Der Dutch-Oven ist mit drei Beinen ausgestattet, damit man die Glut darunterschieben kann. Warum nur drei Beine? Ganz einfach: Drei Beine wackeln nie.


Hier finden Sie die lieferbaren Größen und Ausführungen:

Zu Zeit sind nur der 10er und 12er Tief lieferbar.

6er, 1,6 Liter Inhalt

8er, 2 Liter Inhalt


10er, 4 Liter Inhalt

10er tiefe Ausführung, 5 Liter Inhalt


12er, 6 Liter Inhalt

12er tiefe Ausführung, 8 Liter Inhalt


14er, 8 Liter Inhalt

14er tiefe Ausführung, 10 Liter Inhalt

Ratgeber Dutch-Oven

Dutch-Oven Ratgeber

VENATUS-Ratgeber "Kochen im Dutch-Oven"
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Venatus-Deckelheber

Zubehör

Bitte Beachten Sie auch unser umfassendes Zubehör für den Dutch-Oven sowie zahlreiche Kochbücher zum Thema. In der Rubrik Praxiswissen finden Sie auch zahlreiche Rezepte zum Nachkochen.
Eine Übersicht der Dutch-Oven und Zubehör bekommen Sie hier im Online-Shop.


Brot im Dutch-Oven

Hier sind für Sie einige Rezepte zusammen gestellt.


Was ist ein Dutch-Oven?

Ein Dutch-Oven ist ein schwerer, gußeiserner Topf mit drei Beinen und einem speziellen Deckel, der einen erhöhten Rand beisitzt, um darauf Glut zu schichten und so Oberhitze zum Backen zu erzeugen. Ein Dutch-Oven besitzt immer einen flachen Boden und eine leicht nach außen geneigte Wand, damit man darin besonders gut backen und die Backwaren auch entnehmen kann.

Joseph Lodge
Querschnitt Dutch-Oven
So funktioniert der Dutch-Oven

Geschichte

Der Dutch-Oven kommt aus Amerika, wo er seine spezielle Form den besonderen Lebensumständen der ersten Siedler verdankt. Die Feuerstelle der Siedler war an einer Seite des Blockhauses aus Stein gemauert und befand sich auf der Erde. Dort wurde nicht nur ein Feuer zum Heizen unterhalten, sondern auch gekocht und gebacken. Da die Pioniere nicht in Dörfern, sondern einzeln verstreut und weit auseinander wohnten, mußten sie ihr Brot selber backen. Jeden Tag wurden im Dutch-Oven die als Rolls bezeichneten Brötchen gebacken. In Gegenden, in denen kein Weizen wuchs, buk man das als Cornbread bezeichnete Maisbrot. Im Haushalt lebten meist nur Vater, Mutter und einige Kinder, und da reichte ein einfacher Dutch-Oven aus. 

Aus diesem Grunde hat sich in Amerika auch keine Brotkultur entwickelt. In Deutschland hingegen wohnten die Menschen in Dörfern und nutzten einen gemeinsamen Dorfbackofen, in dem das Brot für die ganze Gemeinde gebacken wurde. Daher konnte sich eine reichhaltige Brotkultur entwickeln, aber es bestand keine Notwendigkeit, Brot zuhause in kleinen Portionen zu backen. 

Die Dutch-Oven in Amerika existierten somit als alltäglicher Gebrauchsgegenstand und wurden dann auch beim Übernachten im Freien benutzt, sei es auf Jagdreisen, beim Camping oder als Ausrüstungsteil der Pfadfinder. Da eigentlich jeder Jugendliche in Amerika Pfadfinder ist, kennt auch jeder den Umgang mit diesem Topf. Auch wenn das Backen aus den Küchen Amerikas inzwischen verschwunden ist, so lernt es doch jeder während seiner Zeit als Pfadfinder mit dem Dutch-Oven.

Die Firma „Lodge Cast Iron“ ist in den USA bereits seit über hundert Jahren im Geschäft. Mit der Gründung der Firma, welche jene alten Küchenartikel aus schwerem Gußeisen herstellte, konservierte Joseph Lodge 1896 ein Stück amerikanische Geschichte, die in Form von schweren, schwarzen Eisenpötten bereits mit der „Mayflower“ in das gelobte Land kam. 

Der Dutch-Oven begleitete die Amerikaner über die Jahrhunderte und wird in historischen Erzählungen immer wieder als das wichtigste Utensil der großen Trecks beschrieben, die sich im frühen 18. Jahrhundert gen Westen bewegten. 

Auch für die ersten Siedler war der Dutch-Oven unentbehrlich. Hausierer sorgten für die Verbreitung der „schwarzen Töpfe“ in allen Haushalten. Diese Hausierer entstammten der Siedlergruppe, die man „Pennsylvania Dutch“ nannte. „Dutch“ heißt zwar eigentlich übersetzt Holländisch, jedoch weiß man heute, daß die Siedler Ohios und Pennsylvanias deutschen Ursprungs sind. Der Dutch-Oven erhielt seinen Namen also von Hausierern, die man für Holländer hielt, die jedoch überwiegend deutschstämmig waren. Die Lautverwandtschaft zwischen „Dutch“ und „Deutsch“ scheint zu einem Mißverständnis geführt zu haben, welches bis heute nicht eindeutig geklärt werden konnte. 

Der Besitz einer Sammlung gußeisernen Küchengeschirrs stellte einen solchen Schatz dar, daß die „cast-iron kitchen furniture“ regelmäßig in den letzten Willen mit aufgenommen wurde, so auch in den von George Washingtons Mutter Mary. Dutch-Ovens lagerten in den „Chuck-Wagons“, den Küchenwagen, die die großen Trecks und Viehtriebe begleiteten. Viele werden die Chuck-Wagons und auch die Dutch-Oven aus so manchem Kinofilm kennen, der sich um das Cowboyleben dreht. Mit dem Dutch-Oven wurden tatsächlich zahlreiche hungrige Cowboys bekocht. Für alle, die für ein paar Tage unter freiem Himmel campen mußten, gab es eine Ausführung des Dutch-Ovens aus leichterem Blech oder Alu. Doch mit dieser Ausführung umzugehen, war ungleich schwieriger und nicht selten schmolz einem armen Cowboy in der unberechenbaren Glut eines Lagerfeuers der Blechdeckel in die Bohnen, bevor diese gar waren. Zurück im Basislager oder auf der Ranch freute sich jeder Cowboy auf den Platz am Feuer und auf das Essen aus dem schweren Dutch-Oven, und alle anderen freuten sich auf eine ausgeschmückte Erzählung seiner Erlebnisse, während sie den Topf und das Feuer umringten. 

 Ob auf dem Treck, dem Viehtrieb, bei den Schafherden, den Goldwäschern oder bei der Kavallerie – immer war der Dutch-Oven dabei. Für die Amerikaner spielte das Leben unter freiem Himmel schon immer eine besondere Rolle. Es ist die Geschichte Amerikas, die ja nun mal etwas kürzer ist, als die Europas. Campen und das Kochen außerhalb der mit allen Finessen ausgestatteten Küche hat daher auch im modernen Amerika einen hohen Stellenwert. Es sind nicht die Entbehrungen der alten Zeit, die man mit dem Dutch-Oven-Cooking wieder hervorholen will. Es ist das Besinnen auf die alten Werte, des unbedingten Miteinanders, welches Siedler und Cowboys auszeichnete und zusammenschweißte. Man war nicht nur aufeinander angewiesen, sondern schätzte die Gemeinschaft als etwas sehr Wertvolles. Um ein offenes Feuer herum zu sitzen, gesungenen oder kernig erzählten Moritaten von schnellen Schützen oder wilden Hengsten zu lauschen und dabei miteinander einen „schwarzen Pott“ voller Speckbohnen zu leeren, das war und ist bis heute das amerikanische Lebensgefühl schlechthin.


Ein Blatt trockenes Küchenpapier

Pflege und Aufbewahrung

Die besonderen Brateigenschaften des Durch-Oven hängen mit der schwarzen Patina zusammen, die sich bei regelmäßigem Gebrauch von selber bildet. Diese Patina zu erhalten und zu pflegen und ggfs. wieder herzustellen ist die zentrale Aufgabe des echten Dutch-Oven-Kochs. Wer die Patina erhalten kann, der erhält auch die natürlichen „Anti-Haft-Eigenschaften“ des Gußeisens. Die Patina besteht aus festgebranntem Fett und ist auch dafür verantwortlich, daß die Speisen nicht anbrennen. Diese Schicht zu verstehen und zu pflegen ist die Kunst im Umgang mit dem Gußeisen. 

Ein Dutch-Oven an sich besteht aus unbeschichtetem, rohen Gußeisen und bedarf daher einiger Pflege. Das ist aber recht wenig Arbeit, wenn man es richtig macht. Unsere Dutch-Oven von Lodge sind schon im Werk eingebrannt und daher sofort einsatzbereit. Sie brauchen diese nur einmal mit heißem Wasser auszuwaschen, um die lebensmittelechte Beschichtung aus Wachs zu entfernen. Dann geht es mit dem Kochen los. Die ersten Male sollten Sie etwas Fettiges kochen, beispielsweise ein Gulasch oder einen Krustenbraten. Brötchen sind da nicht so geeignet. Nach dem Kochen waschen Sie den Topf mit heißem Wasser und einem Metallschwamm, aber auf jeden Fall ohne Spülmittel aus. Es ist nicht tragisch, wenn eine leicht Fettschicht zurückbleibt, diese schützt den Topf und wird als „Geschmackspatina“ von vielen Dutch-Oven-Köchen geschätzt. Wenn Sie Spülmittel benutzen, dann geht zunächst die schützenden Fettschicht verloren und im zweiten Schritt saugen sich die Poren im Gußeisen mit dem Spülmittel voll, um beim nächsten Kochen den Geschmack vom Spülmittel dann an die Speisen abzugeben. 

Ein Dutch-Oven ist ein Kochtopf und kein Aufbewahrungsgeschirr, daher sollten Sie nach dem Kochen das Essen zeitnah aus dem Topf entfernen. Besonders saure Speisen wie ein tomatenhaltiges Chili sollten Sie möglichst bald aus dem Topf nehmen, da sich ansonsten an dem Rand im Topf ein rostiger Schmierfilm bildet, der den Geschmack beeinträchtigt. 

An der Innenseite des Deckels sammelt sich bei Chilis und ähnlichen Speisen Wasserdampf und entfernt die Fettschicht, woraufhin sich dann auch eine leichte rotbraune Rostschicht bildet. Diese entfernen Sie am besten mit heißem Wasser, danach ölen Sie den Deckel gut ein, da er ansonsten völlig ohne Schutz wäre. 

Nach dem Reinigen sollten Sie den Topf gut abtrocknen. Wenn Sie schon mit heißem Wasser gespült haben, dann ist der Topf selber so heiß, daß das Wasser bis auf wenige Tropfen verdampft. Diese wenige Tropfen trocknen Sie mit einem Papier-Küchentuch ab. Ein richtiges Tuch aus Stoff ist verschmiert und nicht mehr zu reinigen, wenn Sie damit den Dutch-Oven abtrocknen. Vor dem Verstauen ist es hilfreich, wenn Sie den Topf mit Speiseöl einreiben. Ein Papiertuch reicht dazu aus, besser geht es gerade am Deckel bei der Beschriftung mit einem Küchenpinsel. Dann legen Sie ein frisches, trockenes Küchenpapier in den Topf und stellen ihn weg. Das Papier zieht die Feuchtigkeit an, so daß der Topf nicht rosten kann.


Ein bißchen Flugrost und angebranntes Essen: Mit einem Stahlschwamm und heißem Wasser sowie anschließendem Einölen ist das beseitigt. Sieht schlimmer aus als es ist.
Dieser „Bauchnabel“ bildet sich beim Einbrennen im Werk und ist kein Mangel, sondern zeigt die Stelle, an der das überschüssige Öl abgetropft ist, die Stelle färbt sich von selbst beim Gebrauch.
Tiefschwarze Patina in einem alten und häufig benutzten Topf: So soll das aussehen!
Diese Krusten sind keine Patina, sondern angebranntes Essen und müssen raus.
Die weißen Stellen bilden sich manchmal beim Lagern.
Einfach auswischen, und alles ist gut.

Die Sache mit der Patina

Immer wieder werde ich von unsicheren Kunden gefragt, wie die Töpfe beschichtet sind und was es mit der Patina auf sich hat. Zum ersten sind die Töpfe nicht beschichtet, sondern im Werk schon eingebrannt. Dazu werden die Töpfe aus der Gußform gelöst und mit Steinen und Stahlkugeln gerüttelt, um den restlichen Formensand zu entfernen. Danach sind die Töpfe hellgrau und würden schnell anfangen zu rosten. Zum einbrennen hängt ein Arbeiter die Töpfe an ein Fließband. Dann läuft das Fließband an einer Station vorbei, in der die Töpfe von beiden Seiten vollautomatisch mit einer dünnen Schicht Sojaöl eingesprüht werden. Dann läuft das Band weiter durch einen Industrieofen, in dem der Topf erhitzt wird und das Öl zu einer dünnen Schicht auf dem Metall einkocht. 

Die anfangs silbrige Oberfläche wird rabenschwarz. An der unteren Kante, an der das Öl abtropft, bildet sich der „Bauchnabel“, ein Tropfen verharzten Öls, der keinen Qualitätsmangel darstellt und produktionsbedingt ist. 

Manchmal sammelt sich noch ein Tropfen Öl in Form einer verklebten Beule, die auch abfallen kann und dann auf wenigen Quadratmillimetern die hellgraue Farbe des Metalls durchschimmern läßt, auch das ist kein Fehler oder kein Reklamationsgrund, sondern kommt vor. Die freien Stellen vom Bauchnabel werden sich schon nach wenigen Benutzungen ebenfalls verändern.

Bei diesem Einbrennvorgang handelt es sich nicht um eine Beschichtung, sondern um einen Patina, wie sie beim normalen Gebrauch auch entsteht, indem Fett an der Innen- und Außenseite eingebrannt wird. Im normalen Gebrauch dauert das aber etliche Tage, Wochen oder Monate. 

Die Patina an Gußeisen verändert sich je nach Gericht, das in dem Topf zubereitet wird. Bei einigen Gerichten mit Säure – beispielsweise Tomaten – löst sich die Patina im Inneren des Topfes auf, er erscheint hellgrau. Bei anderen Gerichten verändert sich die Patina am Übergang zwischen Topfinhalt und Wand bräunlich. Das ist alles völlig unbedenklich. Auch eine leichte rotbraune Verfärbung nach dem Abwaschen und Einölen ist normal. 

An der Unterseite des Deckels setzt sich relativ schnell eine rote Flugrostschicht an. Besonders beim Kochen von wässerigen Speisen. Der Wasserdampf entfettet den Deckel und durch die Hitze und das feuchte Klima im Topf bildet sich sehr schnell diese oberflächliche Rostschicht. Beim Reinigen schrubben Sie den Deckel einfach mit heißem Wasser und einer Bürste und schon ist der Deckel wieder sauber. Durch das heiße Wasser hat der Deckel eine höhere Temperatur angenommen und das Wasser verdampft sofort. Danach fetten Sie den Deckel so wie den Topf ein und es kann nichts mehr rosten. Bei fettigen Speisen wie einem Krustenbraten tritt das nicht auf, weil das nach oben spritzende Fett am Deckel festbrennt und eine neue Patina bildet.

Der Dutch-Oven wird im Gasgrill eingebrannt.

Einbrennen

Wenn die Patina komplett verschwunden sein sollte, beispielsweise weil ein gutmeinendes Familienmitglied den Topf in den Geschirrspüler gegeben hat, dann müssen Sie den Topf wieder einbrennen.

Zahlreiche billige Plagiate sind nicht eingebrannt und Sie müssen das noch nachholen. Ein weiteres Argument dafür, die paar Euros mehr auszugeben und sich gleich das Original zu kaufen. Die Töpfe von Lodge, die wir vertreiben, sind schon ab Werk eingebrannt und sofort verwendungsfähig.

Das Einbrennen geschieht folgendermaßen: Sie waschen den Topf zunächst mit heißem Wasser aus, so daß der Topf sehr heiß wird und das Wasser schnell verdampft. Dann nehmen Sie Biskin-Fett und reiben den warmen Topf und Deckel rundum mit einem Stück von dem Fett aus, so daß der Topf überall ganz dünn mit dem Fettfilm bedeckt ist. Dieser Fettfilm muß jetzt eingebrannt werden, dazu gibt es zwei Möglichkeiten: Draußen im Grill oder in der Küche im Herd. Im Herd legen Sie den Boden so mit Alufolie aus, daß der Herd nicht verschmutzt, sollte das Fett heruntertropfen. Dann legen Sie den Topf mit den Füßen nach oben auf das Rost in der Mitte und den Deckel mit der Innenseite nach oben auf die Füße. Schalten Sie den Backofen auf höchste Stufe und lassen Sie den Dutch-Oven etwa eine Stunde einbrennen. Das qualmt und stinkt gewaltig und Sie sollten schon über eine gute Lüftung verfügen oder die Fenster öffnen. Nach der Stunde sollte das Qualmen nachlassen und die Oberfläche ist zumindest dunkelbraun, wenn nicht sogar schwarz, und nicht mehr fettig. Lassen Sie den Herd langsam mit dem Dutch-Oven zusammen auskühlen. Die Farbe nach dem Einbrennen hängt von der erzielten Hitze ab – je heißer der Herd wird, desto dunkler die Farbe. Auf jeden Fall kann ich nur vom Einbraten in der Küche abraten. Besser geht es mit einem Gas- oder Holzkohle-Kugelgrill im Freien. Der Topf wird wie oben beschrieben vorbereitet und dann im geschlossenem Kugelgrill bei deutlich über 300 °C für mindestens eine Stunde eingebrannt. Im Anschluß sollten Sie mit einem Küchentuch die Reste des Fetts wegwischen, den Topf mit heißem Wasser ausspülen und zum Schluß den Topf einölen und wegstellen.


Welche Größe soll ich nehmen?

Für Hauptgerichte können Sie von folgenden Größen ausgehen.

Um die richtige Größe zu wählen ist die Faustformel ein Liter Topfinhalt (bis zum Rand gemessen) pro Person genau richtig. Nehmen Sie aber lieber eine Nummer größer, denn von einem Braten, der in einen 8-Liter-Topf paßt, werden keine 8 Leute satt, von einem Eintopf aber schon. Auch besteht ein deutlicher Unterschied zwischen Portion und Person, denn eine Portion Erbsensuppe sind 400 ml, pro Person rechnet man aber mit 700 ml pro Mahlzeit, da sich viele einen Nachschlag nehmen.

 

Sollte der Topf zu klein sein für die Anzahl der Personen, die Sie eingeladen haben, dann kochen Sie in dem Dutch-Oven die Beilage und bereiten Sie das Fleisch beispielsweise am Grill zu, so bekommt jeder der Gäste etwas Essen aus dem Dutch-Oven. Kartoffelgratin oder Cowboy-Bohnen im 12er tief reichen locker für 15 Personen, wenn es dazu Grillfleisch und Brot gibt. 

Die erste Zahl ist die Gesamtanzahl der Kohlen. In der unteren Reihe ist die erste Zahl die Anzahl der Kohlen auf dem Deckel, die zweite Zahl die Anzahl der Kohlen unter dem Dutch-Oven.

Heizen mit Holzkohle-Briketts

Um mit dem Dutch-Oven vertraut zu werden, ist es hilfreich, zunächst mit Grillbriketts zu heizen. Dabei gibt es bei den Grillbriketts große Unterschiede in der Qualität. Die eine Sorte verbrennt wie eine gute Zigarre zu weißer Asche, die anderen stinken zum Himmel, verbrennen zu einer schmutzigbraunen Asche und hinterlassen eine Schaufel Dreck und Sand, wenn sie nicht schon von selber ausgehen. Aus meiner Erfahrung sind echte Grillis von der Firma ProFagus das beste auf dem deutschen Markt. Die Hausmarken der Baumärkte und Discounter können in einzelnen Chargen gut sein, aber verlassen kann man sich darauf nicht. Meist kaufen Handelsunternehmen bei verschiedenen Zulieferern ein, und das eine mal bekommt man dann in der Tüte deutsche Markenware, und das nächste Mal „verschwelte ukrainische Bahnschwellen”. Mein Tip: Grillis kaufen und gut. 

Hier eine Faustformel zum Kochen mit Grillbriketts: Um etwa 175 °C im Topf zu erreichen, nehmen Sie die Zahl auf Ihrem Dutch-Oven – das ist der Durchmesser in Zoll – mal zwei. Da die Briketts von unten aber besser heizen, legen Sie drei von den unteren mit auf den Deckel. Ein 12er Dutch-Oven wird mit 12 + 3, also 15 Grillis auf dem Deckel und mit 12 - 3, also 9 Grillis von unten geheizt. 

Ob es sich dabei um die flache oder tiefe Ausführung handelt, ist unerheblich. 

Die Grillis halten etwa eine Stunde die Hitze, wenn Sie eine längere Garzeit benötigen, dann sollten Sie nach einer Dreiviertelstunde einen neuen Anzündkamin starten, damit ­Ihnen nach einer Viertelstunde durchgeglühte Grillis zum Austausch zur Verfügung stehen. Sie können aber auch nach einer Dreiviertelstunde einfach Grillis dazulegen, so daß sich die noch nicht angezündeten und die schon glühenden berühren und so die frischen Grillis auch anfangen zu glühen.  

In der folgenden Tabelle sehen Sie, wie viele Grillis Sie benötigen, um die verschiedenen Größen auf Temperatur zu bringen. 

Den Dutch-Oven mit Holz heizen.
Die Dutch-Oven mit Holz heizen.

Heizen mit Holz

Die eigentliche Königsklasse mit dem Dutch-Oven ist das Kochen am ­Lagerfeuer. Am offenen Feuer zu kochen heißt, das Feuer zu beherrschen. Sie benötigen ein Feuer aus trockenem Hartholz, mindestens eine Stunde am Brennen und aus rund zehn armdicke Scheiten. Bevor Sie mit dem Kochen oder der Zubereitung der Lebensmittel anfangen, sollten Sie zuerst das Feuer anzünden, damit es Zeit hat, herunterzubrennen und die notwendige Glut zu produzieren. Sie sollten mit dem Topf wenigstens einen halben Meter vom Feuer entfernt bleiben. Steht der Topf dicht am Feuer, dann heizt die Strahlungshitze die dem Feuer zugewandte Seite des Dutch-Oven zu sehr auf und dort brennt das Essen an. Mit der Kohlenschaufel legen Sie eine dünne Schicht Glut aus dem Feuer auf die Stelle, auf die Sie den Dutch-Oven stellen. Dann kommt auf den Deckel ebenfalls eine Schicht Glut. Die Glut sollten Sie spätestens nach einer halben Stunde austauschen, da diese nicht so lange heizt wie die Grillbriketts. Auch sollten Sie alle fünf Minuten den Dutch-Oven um 90° weiterdrehen, damit immer eine andere Seite dem Feuer zugewandt ist und sich aufheizt. 

Am Lagerfeuer ist es nicht leicht, die Hitze im Dutch-Oven sauber zu steuern, da hilft nur viel Erfahrung. Eines ist aber sicher: Ein Berg voll Kohlen ist auf jeden Fall zu viel. Die Kohlen sollten nur in einer einfachen Schicht liegen. Einzige Ausnahme: Beim Aufknuspern eines Krustenbratens. Wenn der Deckel klappert und überall Dampfschwaden herauskommen, dann ist der Topf definitiv zu heiß und der Inhalt kocht mit viel zu viel Hitze. Im anderen Fall tut sich recht wenig, dann kann es sein, daß Ihnen die Glut unter dem Topf ausgegangen ist. Wenn der Boden vom Regen aufgeweicht und feucht ist, dann sinkt der Dutch-Oven durch sein Gewicht ein und drückt die Kohle in die feuchte Erde, wo sie ausgeht und nicht mehr heizt. Sie müssen dann einen festen Untergrund finden. 

Dutch-Oven Film

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